Wenn wir darüber nachdenken, sind wir alle von der Landwirtschaft stark abhängig. Unser moderner Lebensstil allerdings hat unseren Blick auf diesen Bereich mehr und mehr eingeschränkt und somit erklärt sich auch, wie sehr sich unsere Vorstellungen von landwirtschaftlichen Betrieben häufig von der Realität unterscheiden. Denn auch landwirtschaftliche Betriebe haben in den vergangenen Jahrzehnten einen Modernisierungsprozess unternommen, sich teils neu erfunden und neue Konzepte entwickelt, um unter sich ständig verändernden Bedingungen überleben zu können. Das Projekt rethink stellt diesen Reorganisations- und Modernisierungsprozess, dem immer auch ein gedanklicher Prozess vorausgeht, in den Fokus:

Das Projekt rethink ist international angelegt und untersucht insgesamt 14 verschiedene Fallstudien aus 14 unterschiedlichen Ländern. Den Forschungsteams ist es wichtig, zu verstehen, welche Faktoren entscheidend sind, um im Agrarsektor resilient und nachhaltig erfolgreich sein zu können. Daher wird vor allem auf Betriebe geachtet, die mit neu gedachten Methoden und Organisationsformen erfolgreich sind und sich dem Umfeld der Zeit somit gut angepasst haben. Dabei stellen sich unterschiedliche Fragen wie etwa hinsichtlich der familiären Situation, bestimmter Investitionsentscheidungen sowie hinsichtlich der Auswirkungen der Landwirtschaft auf Mensch, Tier und Umwelt. Das rethink-Projekt hat zum Ziel herauszufinden, welche Settings am besten dazu geeignet sind, um landwirtschaftliche Betriebe sowie die damit verbundenen Menschen für die Zukunft fit zu machen und abzusichern.

Das österreichische Forscherteam setzt sich aus Vertretern der BOKU Wien zusammen. Der Fokus der näheren Untersuchungen fiel auf den landwirtschaftlichen Familienbetrieb in Salzburg, insbesondere im Flachgau und Lungau. Im Bundesland Salzburg werden die landwirtschaftlichen Nutzflächen schon heute zu beinahe 50% biologisch bewirtschaftet, womit die Region eine Vorreiterrolle einnimmt. Zudem zeigt die Strukturierung der hiesigen Landwirtschaft ein sehr vielfältiges Bild.

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Über ein Jahr lang wurde in Gesprächen, Betriebsbesuchen, Interviews und Gruppendiskussionen mit Vertretern landwirtschaftlicher Organisationen, Institutionen sowie regionalen Akteuren und Entscheidungsträgern versucht, deren Sichtweise auf den Wandel im Agrarsektor sowie deren Strategien und Erfahrungen kennenzulernen und zu verstehen. Zutage traten dabei immer wieder wesentliche Faktoren wie die Rolle von Handelsmarken, die Entscheidung für bzw. gegen ein zweites oder drittes Standbein neben der Landwirtschaft oder auch die Notwendigkeiten der technischen Modernisierung im Betrieb, die ausführlich geschildert wurden. Interviews und Diskussionsrunden wurden zur späteren Auswertung aufgezeichnet und durch officeworx transkribiert. Wir sind sehr stolz, an einem solch wichtigen Projekt, das sich wesentlichen Fragen unserer Zeit stellt, teilhaben zu dürfen.

Doch damit noch nicht genug: Insgesamt läuft das rethink-Projekt noch bis Januar 2016. Erste Ergebnisse gibt es dennoch bereits zu begutachten. Die Erkenntnisse der Studien wurden zum Teil in Form von Kurzfilmen, Comics sowie Foldern verarbeitet. Diese Materialien, insbesondere die Videos, geben nicht nur einen Einblick auf die wunderschöne Salzburger Landschaft sowie auf das Leben und die Denkweise einiger Vertreter der Salzburger Landwirtschaft, sondern sollen vor allem auch Bäuerinnen und Bauern und verschiedenen Akteuren im Agrarsektor, die mit den KonsumentInnen in engem Kontakt stehen, dabei helfen, sich auszutauschen und die Aufklärungsarbeit bzw. Bewusstseinsbildung unterstützen.

Zur offiziellen Projekt-Homepage: rethink

Kurzfilm: Resilienz braucht Vielfalt – Vielfalt braucht Balance

 

Weitere Videos:

Resilienz bedeutet Lernen: Netzwerke, Austausch, Offenheit

Resilienz als Prozess: mit Veränderung leben 

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